Radtour Burg Linn, Düsseldorf, Kaiserswerth

Heute stand mal wieder eine Autoranreise zum Start unserer Fahrradtour an. Burg Linn ist von Mönchengladbach in gut einer halben Stunde zu erreichen und auf der Rheinbabenstraße in Krefeld sind auch ausreichend Parkplätze vorhanden, zumindest in der Woche.

 

Ganz groß wurde unsere Truppe heute nicht, denn die überaus heißen vergangenen Tage mit bis zu 39 Grad Celsius hatte so manchen verzagen lassen. Aber immerhin sechs Radler kamen dann doch noch zusammen und wurden mit einem herrlichen Tag und einer sehr schönen Rundfahrt belohnt.

Manfred mit seinem Helm mit dem unverwechselbaren riesigen (aufblasbaren?) gelben Überzug wartete schon vor dem Burgtor abfahrbereit. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurden gerade die Fahrräder von den PKWs genommen. Aber sie kamen und kamen nicht. Also ging ich mal nachschauen.

 

Grund war Gertrudes Rad, dass in den letzten Wochen mit Daueraussetzern auf sich aufmerksam machte. Mehrmals in Reparatur, aber Fehler nicht behoben, getreu dem Motto "siebenmal abgeschnitten und noch immer zu kurz". Trotz voll geladenener Batterie bekam der Motor keinen Saft. Mein Verdacht fiel auf die am Lenker fest verschraubte Steuerungseinheit, deren Kontakte möglicherweise korrodieren, wenn man sie nicht ständig auf- und abnimmt. Ein bißchen dran rütteln und - oh Wunder - der Motor hatte wieder Strom und es konnte losgehen. Blieb übrigens dann die ganze Fahrt ok.

Die Burg geht auf einen Wohn- und Wehrturm der Edelherren Otto und seines Bruders Gerlachus von Lynn zurück, der im 12. Jahrhundert mit einer Größe von ungefähr 8,5 × 14,5 m an dieser Stelle aus Tuffstein und Kiesel errichtet wurde. Bereits um das Jahr 1000 herum gab es an dieser Stelle eine Motte, einen künstlichen von einem Wassergraben umgebenen Hügel mit einem durch Palisaden geschützten Wachturm aus Holz. Der erste Ausbau bestand aus einer heute nicht mehr erhaltenen Schildmauer aus Tuffstein an der Nordseite des Burghügels.

 

Damals wurde Eisen getragen, die heutigen Ritter tragen Helme aus Kunststoff zum Teil mit schon beschriebenen gelben Überzügen.

Bevor wir uns richtig auf Rad schwingen konnten, ging es erst einmal durch die historische Altstadt und zur Besichtigung in den Burghof. Aber danach ging es dann richtig los und wir radelten am Krefelder Golfclub vorbei Richtung Rhein.

Es herrschte tolles Radlerwetter, nicht zu kalt und nicht zu warm. Aber auch kräftiger Wind, was uns "Elektrischen" aber piepegal war. Gewitterstimmung gab es gratis, aber den ganzen Tag nur Stimmung, kein Gewitter. Und so konnten wir die Fahrt Richtung Düsseldorf genießen und ich ein Bild für die nächste Ausgabe der Seniorenpost schießen.

Bis Düsseldorf passierte eigentlich nichts Aufregendes. Schön leer war es auf dem Damm, das wäre am Wochenende mal auch ein Vergnügen, doch dann muss man sich auf eine langsame Fahrt mit Schlangenlinien einstellen.

Düsseldorf Oberkassel war bald erreicht und unter schon herbstlichen Platanen erreichten wir bei ziemlich starken Wind die Oberkasseler Brücke, über die wir auf die andere Rheinseite übersetzten um uns dann nach rechts zur Uferpromenade und unserem Mittagsziel dem "Fisch-Gosch" zu halten.

Dort trafen wir auf eine radelnde Demonstrationstruppe von Verdi. Nach deren Motto "Die Patienten kommen unter die Räder" sowie "Wir strampeln uns jetzt nicht mehr ab und wehren uns" waren es wohl Pflegekräfte, die auf die allseits bekannte, aber von Politik und Arbeitgebern ausgesessenen Probleme berechtigt hinwiesen. Nein, wir waren nicht die Gegendemonstration wie man uns fragte, wir hatten nur Hunger. Und ordentlich, wie es sich gehört, schoben wir die Räder dann zum Rheinufer hinunter.

Bei Gosch war noch gar nichts los. Sehr verwunderlich, denn dort ist es sonst mittags immer brechend voll. Ob es das Wetter war? Keine Ahnung, aber wir bekamen unseren Fisch, teils gebacken, teils als Brötchen. Und ich hatte noch Glück, dass ich meinen Durst zügelte, sonst hätte ich womöglich nicht die Wespe bemerkt, die in meinem Alt krabbelte. Glück gehabt und gleich ein Neues bestellt.

Hier sind wir schon auf dem Weg nach Kaiserswerth. Die Platanen dürften hier wesenlicht älter als auf der anderen Rheinseite sein, denn diese waren richtig hoch. Zuvor kamen wir an den Restaurantschiffen vorbei, die alle so aussahen, als hätten sie nur noch wenige Zentimeter Wasser unter dem Kiel. - Und auf dem Weg konnte man auch einige wegen der langen Dürre schon fast in Vergessenheit geratene Naturereignisse sehen. Richtige "Pfützen".  :-)

 

In Kaiserswerth war zunächst kein Aufenthalt geplant, denn das nächste Zwischenziel war Schloss Kalkum, dass wir dann auch bald erreichten. Aber nichts mit roten Backsteinen, es sah vielmehr aus, als wäre Christo noch bei der Arbeit und mit seiner Verpackung noch nicht ganz fertig. Auch mal schön.

Vorbei an der Kurpfalz war dann doch noch eine Rast vorgesehen. Das schöne Lokal direkt vor der Fähre. Der Biergarten war verwaist und völlig ohne Bestuhlung, doch im Lokal war für uns noch ein Plätzchen frei und es gab für jeden einen leckeren Eisbecher, bevor es auf die Fähre ging.

Von der anderen Rheinseite waren es dann nur noch knapp 10 km bis nach Burg Linn zurück. Hierzu umrundeten wir auf schönen Nebenwegen Lank-Latum und erreichten dann wieder unsere Burg. Dank der zwei Wassergräben sieht man sie von hier nicht, dazu muss man sich schon in den inneren Kreis begeben. Aber auch so ist der Anblick des Landschaft sehenswert.

Und nach einem letzten Schluck aus der Pulle war dann nicht nur für Manfred, sondern für uns alle die schöne Rundfahrt wieder vorbei.

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Linn - Ddorf.gpx
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