Radtour Wesel - Rees

Heute war wieder einmal Autoanfahrt angesagt. Schon wieder, war allerdings eine Mindermeinung. Und am Ende des Tages war auf allen Gesichtern ein breites Grinsen über die Erinnerung an diesen schönen Tag zu sehen.

 

Um Mönchengladbach herum kann man auch im Winter noch fahren, habe ich mir bei der Planung gedacht, und so ging es heute Morgen erst einmal die rd. 70 Kilometer in Richtung Wesel, genauer Büderich bei Wesel. Am Ende der Schützenstraße sollte ein großer Parkplatz vor dem Sportplatz sein. Jedenfalls aus google earth gut zu sehen. Das war der Treffpunkt. Aber Pustekuchen. Den Parkplatz gab es zwar, aber er war mit einem großen Tor verschlossen und lag in einem Wohngebiet mit klitzekleinen Nebenstraßen. Dort mussten wir dann parken und mit einigem Vor- und Zurückrücken versperrten wir dann auch die Straße nicht mehr.

Und sofort ging es los auf den Deich am Rhein flussabwärts. Und wir waren keineswegs allein, denn zahlreiche Radgruppen hatten mit uns wohl die gleiche Idee.

Vorbei an der alten zerstörten Weseler Brücke ging es vorbei am Rheinvorland bei Perrich und der Bislicher Insel Richtung Xanten, dessen Dom schon von weitem zu sehen war. Aber Xanten war heute nicht unser Ziel. Deshalb blieb es bei einer Fernbesichtigung.

Das Römermuseum schenkten wir uns ebenfalls und wandten unsere Richtung vielmehr der Xantener Südsee und der Xantener Nordsee zu. Bei ersteren schenkten wir in einer kleinen Pause den vereinzelten Wasserskiläufern unsere Aufmerksamkeit, die bei diesem nicht ganz zu tollen Wetter (es war nicht richtig kalt, aber immer ziemlich trüb) ihrem Hobby frönten. Viele waren es gerade nicht und ein armer Kerl fiel weit abseits des Starts auch noch hin. Ziemlich blöde bei einer Anlage, die per Rundseil betrieben wird. War für ihn ziemlich weit zu schwimmen.

Ein Stückchen weiter dann diese kleine Hütte, zu der es dann gleich ein Erlebnis der besonderen Art zu berichten gibt. Nicht dass das neue Pissoir so toll gewesen wäre, weit gefehlt, denn es war verschlossen. Das war gut, denn so bleibt es sauber.

Nein es waren zwei bärtige Gesellen aus dem Orient, die hier die Attraktion waren. Freundlich der eine, finster der andere.

 

Nun zur Begebenheit: Ein Reeser Bürger hielt hier mit seinem PKW an und erklärte uns den Grund, warum das Häuschen noch nicht offen war. Als er fort war, kam ein zweiter, der ebenfalls an der nahe gelegenen Fischerhütte gebastelt und damit allen Grund hatte, diesen Weg zu benutzen. Er wurde von dem finsteren Gesellen in einer unglaublich barschen Art angeranzt, sich hier gefälligst vom Acker zu machen. Als wir ihn auf seinen Ton ansprachen und darauf hinwiesen, das die fortgescheuchte Person begründet den Weg benutzt hatte, konnte man erleben, wie ein orientalischer Kleingeist, dem man die Jacke eines privaten Sicherheitsdienstes umgehängt hatte, zur unantastbaren Amtsperson mutieren wollte. Wir haben ihn dann wieder auf den Boden zurück geholt. Blieben aber noch lange irritiert darüber zurück, mit Fragen, was dieser Typ wohl in seiner Heimat getrieben haben mochte und wer so einen in den Sicherheitsdienst nimmt. Das ist vielleicht ein neuer Versuch von Integration, in dem man Gästen eine nicht mal halbamtliche Funktion gibt und diese dann glauben, die Gastgeber mit der aus der Heimat gewohnten Willkür in den Hintern treten zu dürfen.

 

Als wir weiter fuhren und auf einem Parallelweg waren, sah ich noch mal rüber zu den radelnden Hilfsherriffs. Und unglaublich, der Finstere machte gerade stahlend ein Selfie auf seinem grünen Rad. Es ging ihm im Moment wohl unglaublich gut.

Ein paar Kilometer weiter kam dann das normale Leben zurück und wir freuten uns über den besonderen Geburtstagsgruß den Freunde und Nachbarn für die uns nicht näher bekannten Gabi und Ralf gebastelt hatten. Und weiter ging es durch eine sehr schöne Landschaft bis zur Rheinfähre nach Rees.

Hier hieß es erst einmal warten. Wegen des niedrigen Wasserstandes konnte die Fähre nämlich nicht direkt übersetzen, sondern musste einen kleinen Umweg fahren.

Auf diese Weise kamen wir noch in den Genuss eines kleinen Ausflugs auf dem Rhein, alles für 2 Euro pro Person, aber für den Preis, dass wir noch etwas länger auf das Mittagessen warten mussten. Hier auf dem Rhein bei Rees herrscht reger Schiffsverkehr. Kennen wir in Düsseldorf so gar nicht. Das liegt wohl am Duisburger Hafen, der Ziel für die meisten Partikulierschiffe ist.

 

Nach spektakulärer Anlandung in Rees war es dann bis zu unserem Mittagslokal nicht mehr weit.

Die Reeser Rheinterrassen waren das Ziel, wo wir einen gemütlichen Platz auf der Terasse fanden und ihn mit zahlreichen Wespen teilten. Fischer Fritze war angesagt. Angeblich zwei Rotbarschfilets für jeden. Aber es kamen vier. Nicht Filets, sondern klitzekleine Fischstücke. So kann man das Warenangebot auch vergrößern. Es schmeckte gut, war aber angesichts der überschaubaren Fischportion am Ende doch wohl überteuert.

Nun stand die Rückfahrt auf der jetzt anderen Rheinseite an. Doch zuvor mussten die Räder erklommen werden, was uns auch ohne fremde Unterstützung gelang.

Auch wenn ich die Bedeutung des Skulptur an der Kaimauer nicht kenne, ein Foto war sie mir allemal wert.

 

Auf beiden Seiten des Rheins finden sich herrliche Landschaftseindrücke. Doch sie sind nicht gleich. Rheinaufwärts fehlen die kleinen Dörfer. Hier sind große Bauernhöfe und ganz tolle Landschaften. Bildmäßig gebe ich hier aber nur ein Zitat wieder. Heute in der Früh hatte ich die Kamera eingesteckt und übersehen, dass keine Speicherkarte eingelegt war. So musste heute den ganzen Tag das iPhone ran. Geht auch, aber bei der Landschaft haben mit die Möglichkeiten der großen Kamera doch gefehlt.

In Wesel angekommen war der letzte spektakuläre Akt die Überquerung der Rheinbrücke, die traumhafte Ausblicke nach unten gewährt. Und von dort war es bis zu unserem Parkplatz nicht mehr weit. Schön das direkt in der Nähe noch ein Hotel mit einer schönen Terrasse aufwartete und wir uns dort ein abschließendes Eis gönnten.

Zufriedene Gesichter am Ende, auch wenn dies das erste Bild der Rundfahrt war :-)

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Wesel Büderich.gpx
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