Radtour nach Beeck - China Garden

Gewartet haben wir auf diese Tour schon sehr lange. Nicht genau auf die Strecke von heute, sondern auf überhaupt mal eine Strecke. Da der Protagonist im November an der Schulter operiert wurde, waren von ihm keine Aktivitäten mehr zu erwarten und das schmuddelige Winterwetter tat ein Übriges. Nun nach über drei Monaten ist, wenn auch noch nicht die ganze, so doch schon eine Menge Beweglichkeit in der Arm zurückgekehrt, sodass eine Radtour vertretbar erschien.

 

Im Hinblick auf das vorhergesagte tolle Wetter wurde der an sich wichtige Physiotermin abgesagt und kurz eine Radtour geplant. Und so waren mit von der Partie insgesamt 6 weitere Radler, die zusammen einen sehr schönen Tag hatten.

Wie auf dem Auftaktfoto unschwer zu erkennen herrschte heute Kaiserwetter, so bezeichnet man dieses Wetter jedenfalls in den Bergen, wenn die Sonne lacht und der weiße Schnee in wunderbarem Kontrast zum stahlblauen Himmel steht.

 

Blau, ja blau sind alle meine Sachen :-). Nun nicht alle, aber zumindest mein neues Fahrrad, dass ich mir spontan für die wehe Schulter als Trostpflaster zugelegt habe. Hier ist es zu bewundern:

Ein echter Renner, obwohl es kein S-Pedelec ist. Aber der 80 Newtonmeter starke Panasonic Motor prägt den Charakter. Er führt zu einem so starken Antritt, dass man in den Sattel einfedert. Gut, meine Frau meint, es läge am Hintern, obwohl ich da auf meinen Flyer nichts kommen lasse. Wie auch immer, das Ding geht ab wie Schmitzens Katze, wenn der Hund auftaucht. Wie bei meinem Auto hat es eine Automatikfunktion. Nein, nicht beim Schalten, sondern bei der Zusteuerung der Tretunterstützung. Das funktioniert derart genial und feinfühlig, dass man den Eindruck hat, immer in der stärksten Komfortzone zu sein, obwohl diese Funktion nur gerade mal 5 Prozent mehr Energie zieht als der Eco-Modus. Ich frage mich mittlerweile, warum das Ding noch eine Gangschaltung hat. Sie hat für mich jedenfalls stark an Bedeutung verloren. Langsam fahren geht, aber das muss schon bewußt und im kleinen Gang geschehen. Schaltet man in den 7. Gang, surrt es kurz und anschließend surft man bequem und mühelos mit 25 - 27 km/h durch die Landschaft. Flyer heißt die Marke und Fliegen ist das Gefühl, das dieses Fahrraderlebnis am ehesten beschreibt.

Wenn man das vorstehende Bild sieht, denkt man nicht an Februar. Auch das Lied "der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus" passt nicht. Für die Jahreszeit wohl viel zu warm ist es über Nacht Frühling geworden. Wenn vermutlich auch nur für wenige Tage.

 

Wie kam es denn überhaupt zu dem Spontankauf? Die Geschichte ist schnell erzählt, aber doch interessant. Von Siggi hörte ich, dass unsere liebe Helma, jetzt auch elektrifiziert ist und beim ehemaligen Händler Zilles einen Flyer erstanden hatte. Das machte mich stutzig, denn Zilles war schon im vergangen Jahr an Stadler verkauft worden. Der neue Eigentümer war kein Vertreter der Marke Flyer mehr und verkaufte jetzt die übernommenen Restbestände mit 20 v.H. Nachlass ab. Ich war der Meinung, dass das schon in 2018 seine Erledigung gefunden hatte und war jetzt durch Siggis Info hellhörig geworden. - Da meine gute Gazelle wegen einer Bremsenwartung bei Stadler in der Werkstatt war, vertrieb ich mir im Verkaufsraum die Zeit und stieß auf den Flyer-Stand, der immer noch gut bestückt war. Aber nur ein einziges blaues Upstreet 5.10. Und dann auch noch in Rahmengröße S, also passend für dicke Zwerge. Kleine Probefahrt und als ich dann die irre Beschleunigung kennengelernt hatte, war es ein "must have". - Von Siggi hörte ich, dass er dieses blaue Rad Helma wärmstens empfohlen hatte, sie sich aber für einen anderen noch schnittigeren schwarzen Typ mit Bosch-Antrieb entschieden hat. Helma, das hast Du gut gemacht :-) :-):-). Wäre das blaue Rad nicht dagewesen, würde ich wohl weiter Gazelle fahren und nicht wissen wie geil dieser Automatikmodus ist. Ganz irrational gab "blau" bei mir den Ausschlag.

 

Nachdem wir für mein Brigittchen auch noch einen anderen schönen Flyer gefunden haben, war dann alles perfekt. Der sieht zwar nicht so schnittig aus, ist aber superbequem und geht auch ab wie die Sau. Hierin tun sich beide Modelle nichts.

Doch nun zu unserer Radtour. Die sollte heute gar nicht so weit sein. Um 10.00 Uhr starteten wir mit Peter zur Ohlerbrücke, wo wir dann auf Stärke sieben anwuchsen. Über die Landwehr ging es dann vorbei am Borussen Stadion Richtung Venn und Hardter Wald. Dann durch Lehloh Richtung Rickelrath wo wir einen Abstecher durch den Wald machten. Typischer ZickZack-Kurs. Unnütz aber schön. Und schön wollen wir es haben, denn wir nennen uns ja auch schießlich Schoener-Radeln und nicht "Die Abkürzer".

 

An der Holtmühle bogen wir dann rechts ab und fuhren lange parallel zum Grenzlandring durch den Wald. Sogar etwas über den Ortsrand von Beeck hinaus, sodass wir zu unserem Mittagsziel, dem China-Garden wieder ein Stück zurück mussten.

 

Obwohl Peter schon die ganze Zeit Sorge hatte, das das Buffet leergefressen würde, wenn wir nicht zeitig da sind, ließen wir uns nicht beirren und ich zwang mich weiter den langsamen 15er Schnitt zu halten. Und dann die Überraschung beim Chinesen: Der ganze Wintergarten war leer und wir dachten schon, das gar nichts los wäre. Aber das war ein Irrtum. Der China-Garden verfügt über zahlreiche, allerdings ziemlich dunkle Räume, die brechend voll waren. Warum die dort weilenden noch älteren Semester alle das Licht scheuten war uns nicht erklärlich. Nun denn, dem Buffet taten die vielen Gäste keinen Abbruch, es wurde reichlich und lecker nachgefüllt und Peters Sorgen waren verflogen.

Nun musste er nur noch die Frage lösen, wieviel man essen musste, damit das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Das lief dann auf zwei dicke Teller, Nachtisch und Reiswein hinaus und die Frage war geklärt. Und um ein Haar hätte er eine Chance verpasst. Denn schon im letzten Jahr war des öfteren Thema, dass er nicht weiß wie Garnelen schmecken. Und da stand er vor einem nahezu unlösbaren Problem, denn er kauft nur das, von dem er sicher ist, dass es ihm mundet. Und da wir ihn nie haben probieren lassen tat sich heute die Chance auf, mal Garnelen zu probieren. Nur hätte er sich dazu auch Garnelen am Büffet nehmen müssen, was aber nicht geschah. Und so bekam er eine von Siggis Teller, tunkte sie in Erdnusssauce und - wie unschwer zu erraten - dieser Geschmack überzeugte ihn nicht. So bleibt das herrlich nussige Aroma abgerundet durch etwas Knofel für ihn ein immer noch nicht erschlossenes Geheimnis. Aber er ist von der Kraft und den Einflüssen des Würzens zu hundert Prozent überzeugt als er in seinem breiten Giesenkirchener Slang dozierte: "Met dat rischtische Gewürz kannste enne Kartong eete"

 

Das war dann auch für uns das Motto zum Aufbruch mit Gruppenfoto und für mich mit verlorenen Handschuhen, die eine unfreiwillige Rückkehr zum Chinesen erforderlich machte. Mit einem Flyer ist das eine Sache von Sekunden :-).

Zurück ging es dann über Moorshoven, Kipshoven und Genholland zum Priorshof und weiter nach Wickrath. Hier trennte sich dann die Gruppe für die restlichen Heimwege.

Download
Strecke als GPX-Datei
Beek China Garden.gpx
GPS eXchange Datei 154.5 KB