Radtour um die Nette- und Schwalmseen

Die Heimat hat viel Wasser. 65 km entlang von Nette und Schwalm. Eine Rundfahrt für Naturliebhaber.

 

Die heutige Tour setzte eine Anreise mit dem PKW voraus. Wir trafen uns auf dem Parkplatz hinter dem Restaurant „Zum Schänzchen“. Fürs Navi Nettetal und Am Schänzchen 5 eingeben. Da das Restaurant zwei Parkplätze hat, einen davor und einen Wanderparkplatz dahinter, fanden sich nicht alle auf demselben Parkplatz ein. Verpasst haben wir uns dennoch nicht.

Nach der Abstimmung in unserer What's App Gruppe rechnete ich mit 10 Teilnehmern. Aber Friedel hatte unseren Peter noch mitgebracht und der zwölfte im Bunde war Dieter, der den ersten Parkplatz genommen hatte und Sekunden vor unserem Aufbruch zu uns stieß. - Pünklich ging es los und wir bogen schon nach wenigen Metern in den kleinen Weg am Breyeller See ein.

 

Genau genommen sind es zwei Seen. Der erste war der Obere und der zweite, man ahnt es schon, der Untere Breyeller See. Befahrbar sind sie an beiden Seiten und auf beiden Seiten eigentlich gleich schön. Ihnen folgt ein dritter See, Nettebruch genannt, der bis Lobberich reicht. Dort verließen wir unnötigerweise die idyllische Streckenführung für einen sehr kleinen Umweg über die Breyeller Straße und den Fenland-Ring. Da hatte ich beim Planen nicht aufgepasst und nicht bemerkt, das die Planungssoftware den Uferweg des Windmühlenbruchs (das ist der vierte See) in Lobberich nicht erwischt hatte.

 

Aber was soll's. Die Gegend dort ist wunderschön und die Wege ein echter Genuss. Es folgte mit dem Ferkensbruch der fünfte See, alle gespeist von der Nette. Vorbei am Gasthaus Lüthemühle ging es dann weiter in Richtung de Wittsee, den es mit dem kleinen und großen de Wittsee auch in zwei Ausführungen gibt.

 

Richtig gefreut habe ich mich auf den folgenden Streckenabschnitt am Rand der Nette. Hier ist in den letzten Jahren sehr viel renaturiert worden und ein wunderschönes Naturschutzgebiet mit einem Aussichtspunkt zur Vogelbeobachtung entstanden. Diesen herrlichen kleinen Weg hätten wir fahren können, durften es aber nicht. Ist wohl seit einiger Zeit für Fahrradfahrer ausdrücklich gesperrt und so mussten wir hierauf verzichten und dieses Gebiet bis zur Leuther Mühle umfahren. Kann man sich aber mal für einen schönen Spaziergang vormerken. Lohnt sich sehr.

 

Vorbei am Golfplatz Haus Bey ging es dann nach Hombergen und dann entlang der Krickenbecker Seen, wiederum zwei. Hinsbecker und Gladbacher Bruch genannt. Hier gab es dann auch eine Trinkpause und die Schokobonbons von Peter.

Am Ende des Gladbacher Bruchs ging es dann links ab Richtung Poelvensee wo wir die Strecke nach Navi durch allzuviel Quatschen verpassten und kurz improvisierten bis wir wieder auf den geplanten Pfad gelangen. Diesem folgten wir dann auch bis zum unserem Mittagslokal, dem Hofcafe Alt Bruch in Kaldenkirchen.

Hier ließen wir uns gemütlich im Garten nieder. Wechselten einige Male die Plätze bis jeder seinen Schatten- bzw. Sonnenplatz gefunden hatte. Nach fragendem Blick in die Karte, wo man u.a. eine Bockwurst mit Kartoffelsalat für stolze 10,50 € bestellen konnte, waren wir alle mit dem jeweils Gelieferten zufrieden, denn es war schmackhaft und die Portionen sehr reichlich. Allerdings war ziemliches Warten angesagt, denn es kamen mit Abständen immer nur ein bis zwei Portionen aus der Küche. Ich hatte mit Brigitte Reibekuchen und Peter wollte mal probieren, ob der Geschmack an seine unerreichten eigenen Reibekuchen herankommen könne. Mit den Worten: Lott misch dat ennes probieere, bevor isch min leckeres äät. Sein Leckeres war ein Toast Hawai und seine Unerreichten, sind eigentlich Zwiebelkuchen, die er mit Sanella malträtiert.

 

Dann ging es weiter Richtung Galgenvenn, wobei Peter kurz die Führung übernahm, weil ihm eine schönere Variante vorschwebte. Der Rückweg war der rund 10 km längere Teil unserer heutige Strecke, weshalb Siggi und Ulrike im Galgenvenn eigentlich abkürzen wollten. Die Frage, wann denn der Abzweig kommen solle, kam aber dann erst zu einem Zeitpunkt, wo eine Abkürzung nicht mehr möglich war. Und das war angesichts der tollen Waldwege auch besser so. Kurz nachdem wir die Schwalm erreichten, mussten wir wieder einmal umplanen, da ein Teilstück unseres Weges wieder aus Naturschutzgründen gesperrt war.

Vorbei an zahlreichen namenlosen Wasserflächen zur linken, ging es die Schwalm entlang zum Venekotensee und danach nach Brüggen. Hier machten wir am Markplatz Rast und stärkten uns im Eiscafe Dolomiti mit einem Eis. Das war sensationell gut. Muss ich baldmöglichst wieder hin. Ich sage nur Tartuffo :-) :-)

 

Mit Hörnchen auf der Hand wurden wir gut unterhalten von einer Jugendgruppe (Ferienlager?), die hier ihre Gesangskünste zum Besten gaben und einige Tanzeinlagen brachten.

Wer jetzt glaubt, uns wären die Seen ausgegangen, der irrt gewaltig. Schon die Burg Brüggen liegt am Wasser und wenn man dahinter den richtigen Weg wählt, in den uns Peter hineinführte, kommt man an einen sehr interessanten Tümpel mit einer Menge im Wasser stehender abgestorbener Bäume vorbei. Toller Weg, wie eine Insel links und rechts von Wasser gesäumt.

 

Weiter die Schwalm entlang erreicht man dann den Kranenbach mit dem Borner See. Da ist der Weg allerdings mit einer ziemlich steilen Stelle gesegnet. Wenn man da den falschen Gang nimmt und den Motor nicht auf stärkste Unterstützung stellt, gibt es schon mal Probleme. So kam dann unser Verfolgerfeld auch nicht nach. Wie sich herrausstellte, hatte Dieter Bodenkontakt und musste erst einmal verpflastert werden.

 

Mit dem folgenden Heidweiher hatten wir dann endlich genug der Seen. Durchs Haverslohe und das Happelter ging es dann Richtung Boisheim, meinem Geburtsort. Hier gab es vor zwei Jahren einen Tornado, dessen Folgen teilweise immer noch zu sehen sind. - Nun war es bis zum Schänzchen nicht mehr weit und dort endete ein schöner Radausflug.

 

Im Herbst, wenn das Laub schön verfärbt ist, werde ich diese Tour noch einmal wiederholen. Dann vielleicht anders herum. Die nachfolgende Karte zeigt die tatsächlich befahrbare Strecke. Kann man also direkt nachfahren.