Radtour Nideggen - Rursee

Von Nideggen zum Rursee nach Rurberg und über Heimbach zurück. 51 schöne, aber teilweise auch anstrengende Kilometer.

Unser Treffpunkt war um 11.00 Uhr verabredet. Am Parkplatz vor der Burg Nideggen. Was so einleuchtend klingt, war es aber nicht, da es mehrere Parkplätze gibt, die auch noch ein gutes Stück auseinander liegen. So startete die Reise mit einer telefonischen Standortnachfrage, die nach Wiederholung und einigen Umwegen durch Nideggen dann doch noch zum Erfolg führte.

Dort warteten auf uns schon das heutige Geburtstags"kind" mit seiner Marietta und Günter auf uns. Wie sich herausstellte, hatten unsere PKW-Navis jedem Anreisenden einen sehr individuellen Weg nach Nideggen herausgesucht. Aber nun waren wir startbereit bis ein dunkelblauer X1 den Parkplatz aufsuchte. Ich rieb meine Augen und glaubte es nicht. Auch Dieter gesellte sich zu uns, von dem keiner wusste, dass er auch mit von der Partie sein würde. Da hatte er aber mächtig Glück gehabt, dass wir infolge der gemeinsamen Parkplatzfindung nicht schon weg waren und er per Zufall gleich den richtigen Parkplatz angefahren hatte. Sonst wäre seine Anreise nach Nideggen nicht umsonst, aber vergebens gewesen.

 

Mit etwas Verspätung ging es dann auf die Reise und zwar gleich die Serpentinen nach Brück hinunter. Rund 1,5 km sehr steile Abfahrt. Mein Gedanke war nur, lass die Akkus heute nachmittag nicht leer sein. Raufschieben möchte ich dieses Stück nicht.

Nach Brück ging es dann über die Rur und danach ein Stück entlang der Zerkaller Straße und dann gleich hoch den Berg in einen Wanderweg, der uns nach Harscheid führen sollte. Und hier war gleich Schieben angesagt. Nicht für alle, sondern nur für Einen, der zu spät in den Berggang schaltete und an die 200 km im Eco-Modus glaubte. Oh je dachte ich, das kann heute heiter werden, denn es waren einige starke und vor allem längere Steigungen angesagt. Also  noch einmal kurze Einweisung in die Nutzung der Technik und es ging weiter durch das schöne, aber hügelige Eifelland. Immer der unter uns fließenden Kall entlang, von der man aber nur nichts bis wenig sehen konnte.

 

An einem Abzweig zum Kallweg stießen wir auf zwei Radler, die von Münstereifel nach Roermond unterwegs waren und die sich heillos verfahren hatten. Ihnen wiesen wir den Weg nach Brück zurück, wo sie der Rur wieder folgen konnten.

An dieser Stelle hätten wir uns für den Kallweg entscheiden und abbiegen können. Dieser Trail führt nach einer Weile auf eine Landstraße, die an einer Stelle über 18 % Steigung aufweist. Darauf hatte ich verständlicherweise keine Lust und entschied mich für eine Abkürzung über einen Wanderweg nach Harscheid. Gute Wahl?

 

Der Weg erwies sich als Schotterstrecke mit immerhin 12 % Steigung und fuhr sich äußerst unangenehm. Ob der Trail zur Landstraße besser gewesen wäre. Vermutlich nicht, aber er hätte kaum Steigung gehabt, die wäre erst auf dem Asphalt gekommen. Wie dem auch sei. Alle kamen durch. Schnaufend und an einer Stelle vereinzelt auch schiebend.

Nach Harscheid kam dann er ersehnte Belohnung. Endlose Abfahrten, teilweise so schnell, dass man sich Schwielen an den Händen Bremsen konnte und endlich erreichten wir den Rursee, der uns mit tollen Aussichten und einem herrlichen Weg an seinem Ufer erfreute.

Kurz vor Rurberg namen wir dann Kontakt mit Manfreds besseren Hälfte auf, die uns leider nicht auf dem Fahrrad begleiten konnte und die in Rurberg zu uns stoßen sollte. Sie hatte schon eine wilde Odysse mit Taxi und Boot hinter sich und konnte später lebhaft berichten, wie sich das Fehlen eines ordentlichen öffentlichen Nahverkehrs auf die persönliche Mobilität auswirkt. Eigentlich in einer Urlaubs- und Freizeitregion nicht unbedingt zu erwarten.

 

Es wurde ein Treffen mit Hindernissen, denn das als Treffpunkt verabredete Lokal hatte geschlossen. Und da war es nicht das Einzige. Nach einige Telefonaten beschlossen wir dann, den Treffpunkt in der Nähe des Bootsanlegers zu wählen, den wir dann auch gemeinsam fanden. Ebenfalls ein Lokal, in dem nur widerwillig zwei Tische für uns zusammengestellt wurden. Hier wurden wir dann ohne größere kulinarischen Höhenflüge gesättigt.

Ein Blick auf den Akkustand ließ mit Ausnahme bei Manfred die Hoffnung aufkommen, radelnd Nideggen mit seiner Burg wieder erreichen zu können. Doch es sollte anders kommen.

 

Erst einmal hieß es vorübergehend Abschied nehmen von Marietta, die mit Boot, Touristen-Kinder-Bimmelbahn und Taxis wieder nach Nidgeggen aufbrach. Wir nahmen Kurs auf den Damm, überquerten ihn und wurden mit einer unglaublich schönen Fahrt nach Heimbach entlang des Rursees belohnt.

Heimbach wäre eine Rast wert gewesen, bietet es doch mit dem Blick von der Burg einen schönen Ausbilck auf die idyliische Rur.

 

Doch wir waren zum Eis in Nideggen verabredet. Also ging es weiter munter die Rur entlang. Wie sich herrausstellte, hatte Manfreds Akku beträchtliche Überlebensqualitäten und machte trotz allen Unkenrufen nicht schlapp. Unsere beiden Flyer-Bikes erwiesen sich demgegenüber als echte Dauerläufer. 10 km vor Nideggen, waren bei meiner Ehefrau immer noch echte 100 km Reichweite vorhanden. Und nur wenn es richtig steil wurde, hatten wir statt des tollen Automatikmodus mal die Stellung "High" bemüht. Dann geht aber richtig die Post ab und die Steigung wird fast zur Gefällstrecke. 12 % Steigung und 18 Stundenkilometer sind jedenfalls nicht von schlechten Eltern.

 

Dennoch, es war Rücksichtsnahme angesagt. Wollten wir doch alle radelnd ankommen. Aber wir hatten Dieter nicht auf dem Ticker. Er hatte wohl dauerhaft Lust am Turbomodus gefunden und häufig die Führung der Truppe übernommen. Ich hatte mir gar nichts dabei gedacht, denn immerhin hatte er einen 500 Watt Akku. Und dieses gute Stück machte auf den letzten 2 Kilommetern schlapp. Da stand er nun der schnelle Dieter. Und hatte noch Glück im Unglück. Denn ab Abenden hatten wir die Routenführung geändert und waren nicht mehr den Weg entlang der Rur gefolgt. Der Radweg entlang der Bundesstraße war zwar etwas weiter, sicher auch nicht ganz so schön, aber nur von moderater Steigung. So entgingen wir den Serpentinen von Brück nach Nideggen und erreichten der Ort von der anderen Seite. - Dieter schiebend und das letzte Stück auch wieder ohne Motor radelnd.

Wie man hier sieht, war das kleine Verfolgerfeld ganz schön auseinander gerissen. Die beiden Flyer haben locker alles abgehangen. Nachdem Dieter aufgeschlossen hatte, machten wir uns an den letzten Kilometer und dann auf zur Stärkung in die nächste Eisdiele.

 

Es war eine sehr schöne, aber auch anstrengende Tour. In den GPX-Daten habe ich deshalb auch noch eine Alternative von Heimbach aus, die die Kraxelei über die Eifelberge nicht hat. Freilich ohne Auf und Ab ist sie auch nicht.

 

=> GPX-Daten